Die Rückholaktion von Texas nach Deutschland

IJFD – Jahr im Ausland – Rueckholaktion 2020
IJFD – Jahr im Ausland – Rueckholaktion 2020
IJFD – Jahr im Ausland – Rueckholaktion 2020
IJFD – Jahr im Ausland – Rueckholaktion 2020
IJFD – Jahr im Ausland – Rueckholaktion 2020

Corona… ein Thema das sich momentan in allen Lebenslagen und Situationen bemerkbar macht. So sind auch wir, während unserem Auslandsjahr, nicht verschont geblieben und mussten vorzeitig zurückkehren. 

Ich persönlich war in Texas, in Boys and Girls Country (BGC), einem Kinderheim in der nähe von Houston. Die Corona Lage hat sich erst viel später bemerkbar gemacht, als es in Deutschland der Fall war. Oft habe ich mit meiner Familie telefoniert und fande es überraschend wie viel in meiner Heimat davon gesprochen wurde, wohingegen ich kaum was mitbekommen hatte, außer ab und zu in den Nachrichten. 

Daher kam es von einem Tag auf den anderen das BGC “3 Krisen Phasen” eingeleitet hat. Es wurden auf einmal alle Urlaube gestrichen, eine Ausgangssperre verhängt und innerhalb von zwei Tagen waren wir bei bei Stufe 2,5, also nur einen halben Schritt von einem kompletten lock-down entfernt. 

Kurz danach kam dann auch die Bestätigung von SDI, dass wir alle so schnell wie möglich das Land verlassen und nach Hause kommen sollen. Für die anderen Freiwilligen und mich war es ein extrem großer Schock, keiner hat damit gerechnet und wir waren komplett überwältigt. 

Das schlimmste daran war, dass wir uns von niemandem richtig verabschieden durften, weil es den Kindern verboten war Besucher zu empfangen. Innerhalb von 5 Tagen mussten wir alles Packen und Abreisen, unser Handyvertrag lief noch, Flüge für die nächsten fünf Monate waren gebucht und wir hatten absolut keine Ahnung was wir jetzt damit anfangen sollten. Man hat sich einfach aus seinem Alltag “herausgerissen” gefühlt, ohne einen wirklichen Abschluss mit dem eigenen Leben vor Ort und den Menschen gefunden zu haben. 

Auch in Deutschland ging es mit der Überforderung weiter, während dem Flug und auch die ersten Tage kamen mir surreal vor. Auch wenn ich “Nachhause”gekommen bin, war es nicht das Zuhause das man kannte. Ich konnte meine Freunde nicht sehen und auf einmal, nach 8 Monaten alleine, saß ich wieder mit seiner ganzen Familie unter einem Dach. Zudem weiß man absolut nicht was man mit der ganzen Zeit anfangen soll, Jobs lassen sich nicht so leicht finden und auf einmal muss man viel früher als gedacht mit Dinge wie Studienplätze umgehen. 

Also hieß es ablenken, die letzten Monate habe ich alles getan um halbwegs einen Alltag zu bekommen, von Renovieren, Sport bis hin zu neuen Hobbys oder einfach mal mit Freunden (und 2m Abstand) spazieren zu gehen. Grob gesagt, alles was mich vom durchdrehen bewahrte. 

Um zu einem Schluss zu kommen. Das Nachhause kommen war nicht leicht. Im Gegenteil. Es war mit viel Tränen, schlaflosen Nächten und Überforderung verbundem, man hat sich “lost” gefühlt und ich schätze mal, dass es vielen der anderen Freiwilligen auch so erging. Trotzdem bin ich, nach dem was man alles aus Amerika hört, froh wieder hier zu sein. Es gibt so viele Menschen, denen es jetzt schlechter geht als mir und ich bin wirklich Dankbar, dass SDI Die Rückholaktion so schnell über die Bühne gebracht hat. Also ein großen Dankeschön für die Unterstützung und Koordination dessen.