EvGBM Worldcamp NOLA 2019 – Teil 2

Praktikum mal anders – Die ersten Tage in New Orleans

Ein Bericht von Kathleen, Teilnehmende am Worldcamp in New Orleans des Ev. Gymnasium Bad Marienberg

Tag 3 – KiPP School

An unserem 3 Tag hier in New Orleans haben wir die KiPP School besucht. KiPP ist der Leitspruch der Schule und bedeutet Knowledge is Power Program (?). Die Schule soll auch Kindern aus ärmeren Verhältnissen eine gute Schulbildung ermöglichen. Dort haben wir Josh, den Hausmeister der Schule kennengelernt. Er trug uns verschiedene Aufgaben auf, um ihm dabei zu helfen, die Schule für die Schüler vorzubereiten. In den USA sind aktuell nämlich Sommerferien und anders als bei uns haben sie 10 Wochen frei. Manche von ihnen kommen jedoch trotzdem, um die Sommerschule zu besuchen. Das sind unter anderem Dinge, die wir über das Amerikanische Schulsystem gelernt haben. Um Josh zu helfen, haben wir beispielsweise Klassen und Flure ausgeräumt um Platz für Neues zu schaffen. Die Einblicke, die wir dort erhalten haben waren sehr interessant, da sich die Schulen in den USA doch sehr von denen in Deutschland unterscheiden.

Als wir dann nach Hause gekommen sind, haben wir uns später in einer Runde zusammen gesetzt um Karten zu spielen. Um neue kulturelle Erfahrungen zu sammeln, haben wir ein paar der amerikanische Schüler eingeladen mitzuspielen. Obwohl wir alle sehr unterschiedlich waren und trotz der verschiedenen Sprachen hat alles super geklappt und wir hatten eine Menge Spaß.

Tag 5 – The Wizard or Oz

Kennt ihr den Film Zauberer von Oz? Gloria, die wir heute besucht haben, hat sich bei der Gestaltung ihres Communitygarden an dem Film orientiert, in dem sie beispielsweise einen gelben Gehweg gepflastert hat, der zu ihrem Garten führt. Ihr Garten ist nebenbei bemerkt der bunteste den ich je gesehen habe: überall blühen verschiedenste Pflanzen und Blumen und alles was man ansonsten im Garten findet, zum Beispiel Blumenkästen, ein Geräteschuppen und Stühle, ist bunt in den verschiedensten Farben angemalt.

Als wir am Morgen bei ihr ankamen, waren wir alle sehr über ihr außergewöhnliches Projekt erstaunt, da sich der Garten wirklich sehr von dem uns bekannten unterscheidet. Er ist wesentlich bunter und auf eine sympathisch Weise chaotischer.

SDI Garden @ Camp Restore New Orleans

Um ihr zu helfen haben wir Kies und Rindenmulch an verschiedenen Stellen verteilt, Unkraut gejätet und Tische als Arbeitsflächen gebaut.

Genutzt wird der Garten beispielsweise von Schulklasse die dort Gemüse ernten und im Allgemeinen etwas über den Anbau verschiedener Pflanzen lernen können. Das geerntete Gemüse wird verkauft.

In der wohlverdienten Mittagspause haben wir uns in ein schönes kleines Café gesetzt, was ganz in der Nähe liegt.

So gegen 15:00 Uhr sind wir zurück ins Camp, um uns mit Yannick, Eva, Sophia und Max zu treffen. Sie alle haben ein ganzes Jahr hier im Camp Restore gelebt, um einen freiwilligen Dienst zu verrichten. Die vier haben uns von ihren Erfahrungen aus der Zeit hier in New Orleans berichtet, was sich für uns sehr spannend angehört hat. Einige von uns können sich durchaus vorstellen ebenfalls ein Freiwilliges Jahr hier zu verbringen.

Anschließend haben wir uns für eine erneute Runde Karten spielen getroffen und so einen schönen Tag ausklingen zu lassen.

Tag 6 – Secondhand Laden

Unser heutiger Ausflug ging zur Bethel Community Thrift. Das ist ein Secondhand-Laden in dem ausschließlich Leute arbeiten, die mal Drogen- oder Alkoholabhängig waren, oder mit häuslicher Gewalt zu kämpfen haben. Den Menschen dort wird geholfen, ihre Probleme zu bewältigen und ihr Leben in den Griff zu bekommen. Tagsüber arbeiten sie entweder im Shop oder auch in einem Café, was dazu gehört. Courtney, eine der Mitarbeiterinnen dort hat uns erzählt, dass dort strenge Regeln herrschen. Alle Leute leben zusammen unter Betreuung, jedoch werden Männer und Frauen strikt voneinander getrennt und dürfen nicht mal miteinander sprechen. Das soll Ablenkungen verhindern. Das ganze Programm dauert 6 Monate, viele entscheiden sich jedoch dazu, auch danach noch dort zu arbeiten, da ihnen das Umfeld gut tut und sie so nicht mit ihrer alten Umgebung konfrontiert werden.

Für uns Schüler war die Arbeit dort im Store eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Die Jungs haben geholfen Möbel abzuholen und diese anschließend umräumen und zu ordnen. Die Mädchen haben im Laden mitgeholfen, indem wir Klamotten und andere Gegenstände sortiert haben. Dabei hatten wir die Gelegenheit mit den Betroffenen zu reden und ihnen Fragen zu stellen. Sie waren alle bereit, offen mit uns darüber zu reden und ihre Geschichte mit uns zu teilen. Es war sehr interessant und zum Teil schockierend was für unterschiedliche Dinge die Leute dort mitgemacht haben. Eine große Rolle für die Menschen dort spielt ihr Glaube. Er gibt ihnen Hoffnung und ist manchmal das letzte woran sie sich klammern. Die erste Frage die mir gestellt wurde war, ob ich an Jesus glaube, was zeigt was für ein wichtiges Thema für sie ist. Auch in der Einrichtung ist die Kirche sehr präsent. Zum Beispiel hat Heavenly uns erzählt, dass sie jeden Sonntag in die Kirche gehen.

Als wir dann am Nachmittag ins Camp zurück gekommen sind, wurden wir von den Schülern aus New Jersey zum Essen eingeladen. Sie haben für uns Jambalaya gekocht, ein typisches Gericht aus New Orleans, was sehr lecker war. Damit ist unsere erste Arbeitswoche hier im Camp Restore zu Ende gegangen.


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