EvGBM Worldcamp NOLA 2019 – Teil 3

Von Burgern, Poolparties, einem ganz anderen Gottestdienst und neuen Visionen. Die erste Woche geht zu Ende! Das Wochenende kommt!

Ein Bericht von Tim, Teilnehmender am Worldcamp in New Orleans des Ev. Gymnasium Bad Marienberg

Tag 7 – Eeendlich Wochenende! 

Nach einer sehr vielfältigen ersten Arbeitswoche,die uns eine ganze Menge an Ersteindrücken in das Leben der Menschen in und um New Orleans geben konnte, waren wir alle sehr erschöpft, da diese ganzen Erfahrungen kombiniert mit den Folgen des sich durchschleichenden Jetlags und den frühen Aufstehzeiten ziemlich anstrengend waren. 

Umso glücklicher waren wir, als wir den Samstagmorgen ein wenig entspannter angehen konnten, weil wir über das ganze Wochenende hinweg die einzige anwesende Gruppe waren und uns deshalb nicht an feste Frühstückszeiten halten mussten. Nach dem Fertigmachen und Frühstücken im Teenagertempo fuhren um 11.00 Uhr dann also los zu unserem Wochenhighlight: Eine Poolparty im Garten von Lori, welche in der Gemeinde „Christ the King“ Mitglied ist und uns mit David gemeinsam zudem ein BBQ im typisch amerikanischem Stil zubereiteten.

Ein Nachmittag am Pool

Nach der gut dreiviertelstündigen Fahrt konnte uns auch ein leider nur semi-gutes Wetter nicht davon abhalten so schnell wie möglich in den Pool zu springen. Als wir diesen dann ausgiebig getestet hatten, servierte man uns dann Obst, Gemüse, Snacks und natürlich selbstgegrillte Burger, wie sie bei keiner echt amerikanischen Gartenparty fehlen dürfen. Zusätzlich bot sich uns eine kulinarische Besonderheit: Aligator-Wurst, die wohl für die Einen mehr und die Anderen weniger zu den kulinarischen Highlights zählen dürfte. (Für alle Neugierigen kann ich meinerseits nur behaupten, dass sich die Aligator-Wurst geschmacklich nicht markant von anderen guten,groben Grillwürsten unterscheidet.)

Am Nachmittag folgten viele Gespräche zwischen unserer Gruppe und David, Casey und deren Freunden. Wir unterhielten uns beispielsweise viel über sowohl deutsche als auch englische Dialekte und Redensweisen. Casey und David waren besonders an deutschen Dialekten interessiert, da sie diese in Österreich und München studiert haben und deshalb auch ein „dialektschwangeres“ Deutsch zu sprechen und zu verstehen gelernt haben. Auch das größere Gewitter am Nachmittag, welches sich ja vormittags schon angekündigt hatte, konnte uns weder Lust noch Laune verderben, weswegen uns der Abschied am Nachmittag auch umso schwerer fiel.

Nach Ankunft im Camp ließen wir den Abend nach heißer Dusche und einem selbst zubereiteten, kleinem Abendessen, entspannt bei Kartenspielen ausklingen. 

Was für ein toller Samstag!!!

Tag 8 – Gottesdienst, wie wir ihn vorher noch nie erlebt hatten…

Der Sonntag startete für uns ähnlich wie am Vortag relativ entspannt. Nach Frühstück und den gewohnt Morgenritualen hieß es: Schicker dresscode für den Gottesdienst, wie die meisten von uns es aus Deutschland noch kannten. Doch sobald wir gegen 10.00 Uhr die im Camp gelegenen Räumlichkeiten für den Sonntagsgottesdienst der baptistischen Gemeinde des Viertels betreten hatten bot sich uns eine Atmosphäre, die mit keiner der in den meisten deutschen Gottesdiensten vorhandenen Atmosphären vergleichbar gewesen wäre: Gleich am Eingang wurden wir von einem Großteil der Gemeinde persönlich mit Händedruck oder Umarmung begrüßt, obwohl die meisten Anwesenden uns nicht einmal kannten geschweige denn uns schon einmal gesehen hatten. Alle waren sichtlich erfreut über unsere Anwesenheit und man hatte für unsere Gruppe die ersten zwei Reihen des Raumes freigehalten. 

Gottesdienst im Camp Restore

Der Gottesdienst startete schließlich dann mit einer kurzen Begrüßung, gefolgt von Gesang, der keinen von uns unergriffen ließ. Eine kleine Gruppe von Sängern und Sängerinnen stimmte die Lieder an, welche mit einer Leidenschaft, einer Euphorie und einer Emotionalität von der ganzen Gemeinde mitgesungen wurden, die die meisten von uns noch nie erlebt hatten. Wir sahen Lobpreisungen, Gesten, lachen, weinen und alle möglichen anderen denkbaren Ausdrucksweisen der Gefühle der Gemeinde. Die Stimmung, die dadurch im Raum aufkam ist uns als etwas in Erinnerung geblieben, was für jedes Mitglied unserer Gruppe eine unvergessliche Erfahrung gewesen ist. Gesagt werden kann aber, dass diese Atmosphäre für jeden von uns, ob religiös oder nicht, etwas Emotionales gewesen ist. Dies machte sich auch in der sich anschließenden Predigt des Pfarrers zur Vater-Sohn-Beziehung bemerkbar, die mehr ungezwungen und alltagsnah war und trotzdem einer „regulären“ Predigt in nichts an ihrer Aussagekraft nachgestanden hat.

Nach dem Abschlussgesang und einer herzlichen Verabschiedung ging es noch einmal für einen kürzeren Zeitraum auf die Zimmer bis wir nach einem schnellen Mittagessen zum Chalmette Battlefield losfuhren. Dort hielt ich einen kurzen Vortrag zum Hintergrund der Schlacht von New Orleans, die dort im frühen 19. Jahrhundert stattfand. Nachdem wir dann alle über die Schlacht, ihren Verlauf und ihre anzweifelbare, patriotische Bedeutung für die USA informiert waren, fuhren wir mit unseren Autos über das nahe dem heutigen Industriegebiet gelegene Schlachtfeld, auf welchem damals eine Zuckerplantage existierte. Eine Foto vor dem imposanten Obelisken auf dem Gelände durfte da natürlich nicht fehlen! An einem anderen Ende des Schlachtfeldes besichtigten wir noch einen Friedhof für Soldaten und ehemalige Sklaven, der über 15.000 Seelen beherbergt von denen die Identität in den meisten Fällen nicht bekannt ist.

Chalmette Battlefield

Der restliche Tag verlief relativ unspektakulär, da bis auf die Ankunft einer großen Gruppe aus Texas nicht mehr viel geschah.

Ein auf vielen Ebenen sehr Spannender Sonntag!

Tag 9 – Auf die Vision kommt’s an!

Die zweite Arbeitswoche begann für uns (erfreulicherweise) später als die Erste, da das Frühstück campübergreifend von 7.00 Uhr auf 8.00 Uhr verlegt wurde. Nach dem Essen hielt Herr Horsch noch eine kurze Andacht über Visionen und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Wie in der Vorwoche fuhren wir wie gewohnt um viertel vor 9.00 Uhr los Richtung Einsatzstelle.

Passend zum Thema „Teil von etwas Größerem sein“ stand dieses Mal der Innenausbau eines Hauses für Rebecca, einer Frau die unter Katrina in 2005 sehr gelitten hat und ohne Hilfe nicht in der Lage gewesen wäre ihr Haus wieder zu errichten. Zu Beginn wurden wir in kleinere Gruppen aufgeteilt, um dann Innenarbeiten wie spachteln, schleifen, sägen oder ausmessen zu verrichten. Zwar lief das bestimmt nicht ab, wie man es von Baustellen in Deutschland kennt, jedoch entspricht das auch nicht dem Anspruch, welcher an eine Arbeit von Freiwilligen gestellt werden kann – und trotzdem wird es möglich sein, dieses Haus wieder zu bewohnen was für die Familie das wichtigste sein wird. Wieder stießen wir auf riesige Freude und Dankbarkeit bei Rebecca und ihren Angehörigen. Über den ganzen Tag hinweg erzielten wir beachtliche Fortschritte und die Motivation ging bei der richtigen Musik trotz Anstrengung auch nicht verloren. Geplant ist, dass wir noch häufiger in der kommenden Woche bei Rebecca arbeiten werden und machten uns gegen 3.00. Uhr auf den Rückweg ins Camp. Nach einem Essen in kleiner Gemeinschaft  und einer Besprechung finden sich die noch motivierten zum Spielen im Aufenthaltsraum zusammen.

Ein produktiver Auftakt in die zweite Arbeitswoche!

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