EvGBM Worldcamp NOLA 2019 – Teil 5

Unsere Sightseeing-Woche begann mit dem Tabasco Museum und dem Jungle Garden auf Avery Island, einem Strandausflug nach Ship Island sowie dem Besuch im World War II Museum, die alle viele neue Eindrücke lieferten.

Tag 16 Natur und Landschaft im Sumpfgebiet 

Nach zwei anstrengenden Arbeitswochen begann am Montag endlich unser Sightseeing.  Angeleitet von David und zwei Mitgliedern seiner Gemeinde starteten wir nach einer zweistündigen Fahrt mit einem Rundgang durch das Tabasco Museum und einer Tour durch den Jungle Garden, die sich auf Avery Island befinden. In dem Museum wurden viele Fakten zur Tabasco-Herstellung mit den selbst angepflanzten Chilischoten, der fünfjährigen Lagerung und dem anschließenden Verkauf geliefert. Das Rezept ist dabei auf auf die französischstammigen Siedler, auch Cajun genannt, zurückzuführen. 

Alligator in the Rain

Die anschließende Tour durch Jungle Garden gab uns einen Einblick in die Natur Louisianas, die zum großen Teil von sumpfigem und feuchten Boden geprägt ist. Viele Palmen, Bambuswälder und Eichen sowie verschiedene Blumenarten säumten die kleinen Seen, in denen Otter, Biberratten und Schlangen ihr zu Hause finden. Es sollen dort auch Bären leben, doch diesen sind wir (zum Glück) nicht begegnet. Auch interessant waren die verschiedenen Tiere, die es in Deutschland in freier Wildbahn nicht gibt: zusätzlich zu den täglichen (mehr oder weniger erfreulichen) Begegnungen mit Kakerlaken, Moskitos und Feuerameisen, konnten wir auch seltenere Exemplare wie Alligatoren sehen, ebenso den für Louisiana typischen Crawfish (Flusskrebs), der uns aber nur – im Gegensatz zu den anderen – köstlich zubereitet zum Dinner serviert wurde. Dieses nahmen wir in einem Cajun Restaurant ein, in dem die Gerichte nach traditioneller Weise hergerichtet werden. Dies bedeutet verschiedene Meerestiere, scharf gewürzt und mit einer Beilage namens Dirty Rice (Reisgemisch mit Hühnchen und Gemüse). So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. 

Tag 17 „So groß und einfach die Welt am Strand, nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.” 
~ Carl Peter Fröhling

Sonne, Sandstrand und der Golf von Mexiko: was will man mehr?! Am Dienstag gönnten wir uns einen entspannten Tag und fuhren in den benachbarten Bundesstaat Mississippi, von wo aus wir mit einer Fähre nach Ship Island übersetzten. Schon unterwegs gab es viel zu sehen, z. B. Pelikane, das Bundestier Louisianas, und sogar Delfine, die im Wasser spielten. Auf der Insel angekommen, verbrachten wir die Zeit mit sonnen, baden und Ballspielen, bis in den Nachmittag hinein. Bevor wir wieder zurück ans Festland fuhren, erzählte uns ein Park Ranger, dass die Barriereinsel früher zur Verteidigung und Kanonenlagerung diente, um das Festland zu schützen. Da die Waffen aber nie benutzt wurden, sollten sie weggeschafft werden, wobei sich der Transport durch das Gewicht der Kanonen aber so schwierig gestaltete, dass diese gesprengt und in Einzelteilen verschifft werden mussten. In einem alten Gebäude konnte man noch Überreste solcher Kanonen sehen. Nach einer erfrischenden Dusche und einem guten Abendessen fielen wir müde ins Bett. 

Tag 18 Geschichte aus einem ganz anderen Blickwinkel

Eine sehr interessante Erfahrung stellte der Besuch im World War II Museum dar. Dort wurde uns die westliche Sicht auf das ganze Geschehen durch viele geschichtliche Berichte, persönliche Erfahrungen und originale Sach- und Informationsquellen der ehemaligen Soldaten ausgelegt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Schlacht in der Normandie als Beitrag der US-Streitkräfte zum Sieg des Zweiten Weltkrieges. Ich persönlich fand das Museum sehr interessant, weil es den Zweiten Weltkrieg aus einem ganz anderen Blickwinkel beschreibt und man dadurch eine andere Sicht auf diese Zeit bekommt. Das unbegründete Einbeziehen in den Krieg, die Bereitschaft zur Verteidigung und der Sieg waren dabei die Hauptaspekte. Es war alles sachlich aufbereitet, an den richtigen Stellen selbstkritisch und wirklich interessant dargestellt: der Krieg aus der Sicht der Amerikaner wurde mit vielen Bildern, Panoramen und Filme erläutert. Den Schluss bildete ein 4D-Film über den Kriegsverlauf, der durch Erfahrungsberichte, aktive Effekte mit Licht, Ton und beweglichen Elementen in den Sitzpolstern, integrierte Original-Gegenstände sowie Teilnachbauten für mich sehr informativ, emotional und verständlich dargestellt wurde. Auch die Gespräche mit David, Lori und Casey, die uns begleiteten, waren sehr aufschlussreich und zeigten uns viel über das Denken und Verstehen der Amerikaner über den Zweiten Weltkrieg. Am Abend spielten wir gemeinsam mit den Jugendlichen der anderen Gruppen Kartenspiele und führten unterhaltsame und lustige Gespräche. Wir konnten wieder Neues über die amerikanischen Verhaltensweisen und die Kultur erfahren und auch mit Erzählungen über Deutschland Erstaunen und teilweise auch Belustigung hervorrufen. Mit den vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Hinterkopf begaben wir uns zur Ruhe. 

Sophie Metzker

dav

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