Johannas Erfahrungen mit den Filipinos und Filipinas

Was ist mir alles, an den Menschen hier, so aufgefallen während meiner Zeit hier auf den Philippinen, das ich von Deutschland her nicht so kenne?

Nun zum einen wird die Musik von den Leuten GELIEBT, egal wann und wo man sich befindet, ob im Jeep, bei der Arbeit, bei einem Meeting oder einfach so, es wird überall gesungen und getanzt.
Die Musik wird meistens sehr laut abgespielt, so dass sie auch wirklich jeder hören kann. So kann es dann auch mal sein, dass es um 7 Uhr morgens, an einem freien Tag, vor deinem Fenster, Musik gehört wird und lautstark mitgesungen wird.
Wenn man eigentlich mal wieder ausschlafen möchte, ist man nur so mittelmäßig davon begeistert.
Auch wenn ich mich inzwischen echt daran gewöhnt habe. Was am Anfang ein bisschen nervig war, ist jetzt völlig normal und manchmal ertappe ich mich sogar, wie ich selber mitsinge oder mich auch zum Takt bewege.
Es ist es hier auf den Philippinen generell etwas lauter, als ich es von Deutschland her kenne. Das Dröhnen der Jeepneys, Menschen die von einer Straßenseite zur anderen rufen, spielende Kinder, das laute Lachen der Leute, die Wachhunde die bei jeden vorbeilaufenden Menschen bellen und natürlich die Musik.
In Deutschland ist auch vieles sehr viel hektischer als hier. Vieles wird einfach sehr viel entspannter gesehen, zum Beispiel wenn es heißt, dass wir um 8 Uhr morgens abgeholt werden sollen, wir aber um 12 Uhr immer noch darauf warten abgeholt zu werden oder wenn um 22 Uhr abends das Handy klingelt und es heißt, dass wir früher als geplant nach Manila kommen sollen, weil noch Schuhe für die Kinder fehlen und diese gebraucht werden. Das bedeutete für uns dann, dass wir um 3 Uhr morgens aufgestanden sind um früher in Manila zu sein.
So gut wie alles wird hier sehr spontan gehandhabt und daran musste ich mich auf jeden Fall erst einmal gewöhnen, denn Spontanität hat noch nie zu meinen größten Stärken gehört. Das musste ich hier erst lernen. Dementsprechend überfordert war ich am Anfang.

Mittlerweile ist aber auch das zur Normalität geworden. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Jedes Meeting, Fest oder auch die Schule der Kinder fängt mit einer Verspätung an. Manchmal geht die Schule um 7 Uhr los, oder um 8, oder um 8:30 Uhr, irgendwie ist das immer anders und ein Muster hab ich auch nicht erkannt.

Was auch noch spannend zu beobachten ist, dass viele einfach bei jedem Wetter einen Schirm dabei haben. Sobald es fünf Tropfen regnet, läuft der Großteil schon mit Regenschirmen rum. Aber auch wenn die Sonne scheint werden die Regenschirme ausgepackt um sich vor dieser zu schützen. Ich kenne es von mir und meinen Freunden so, dass wir immer braun werden wollten. Sobald die Sonne geschienen hat, haben wir uns gebräunt. Hier ist das anders, die Leute wollen nicht braun werden und deshalb tragen viele auch bei Sonne einen Regenschirm.
Das ist auf den engen Straßen manchmal ein bisschen umständlich, weil man nicht mal zu zweit nebeneinander her laufen kann und wenn dann vor dir einer mit Schirm läuft und der Gegenverkehr auch einen Schirm hat, tja… dann gibt es ein echtes Platzproblem. Man bekommt auf diesen engen Straßen auch immer ein Regenschirm um die Ohren geschlagen, hat ihn im Gesicht kleben oder schlimmstenfalls im Auge.
Dann wird einem hier auch mehrmals täglich die selbe Frage gestellt und zwar: „where are you going?“ Diese Frage wird von jedem gefragt, egal ob du die Person kennst oder nicht. Das war anfangs auch etwas befremdlich, wenn dich wildfremde Menschen ständig fragen wohin du gehst. Das ist aber eine ganz normale Frage hier, die auch nicht immer beantwortet werden muss. Manchmal wird sie auch einfach im vorbeigehen gefragt.
Die Menschen die ich kennenlernen durfte, sind auf jeden Fall sehr freundlich und mega gastfreundlich. Sie sind sehr bemüht, dass es einem gut geht und wenn du mal nicht weiter weißt, dann ist es auch kein Problem Hilfe zu bekommen, da die meisten sehr hilfsbereit sind.

~ Johanna Braun, BT Philippinen