Das Vorbereitungsseminar…

Freiwillige auf dem Vorbereitungsseminar 2019-20

von Bryan, SDI Volunteer 2019-20 in Georgien

Am 11.07 ging es für viele auf die Reise zum Vorbereitungsseminar nach Oberhausen. Es war bestimmt nicht für jeden ein Kinderspiel mit der Bahn und Co. anzureisen, jedoch haben es die meisten noch pünktlich geschafft. Wir wurden an dem Abend in zwei Gruppen aufgeteilt. Es gab die Amerika-Gruppe und eine Gruppe, wo die restlichen Freiwilligen hinzu gehörten. Einer davon bin ich, da ich nach Georgien gehe. Während des Vorbereitungsseminars haben die Freiwilligen noch das Get-Together vorbereitet.

SDI Volunteers

Wenn ich das Vorbereitungsseminar mit drei Worten beschreiben müsste, dann würde ich es als „spaßig“, „abwechslungsreich“ und „aufklärend“ bezeichnen. Es war zwar für uns alle immer der Horror früh aufzustehen und dann zum Seminarhaus zu laufen, dennoch freut man sich umso mehr, wenn man wieder abends im Hostel ist, um noch mit den anderen Freiwilligen etwas zu schnacken. Wie dem auch sei, die Seminare vor Ort sind super gut gewählt. Ich hätte niemals gerechnet, dass es einen Videoworkshop, oder einen Radio/Podcast Workshop geben wird. Wir haben selber kleine Videos kreiert und unsere eigene Radiosendung für das Lokalradio erstellt. Vieles hat unseren Erwartungen übertroffen und wir hatten sehr viel Spaß gehabt.

Des Weiteren haben wir auch einen Einblick zur Outdoorsicherheit erhalten. Das Team von Earth Trail hat uns viele hilfreiche Methoden zum Thema „Survival“ gegeben und mit uns Notsituationen simuliert, wo wir als Freiwillige erste Hilfe leisten mussten. Die Jungs waren wirklich voll motiviert bei den Simulationen. Von Fake-Blut mit realitätsnahen Wunden und lauten Geschrei war alles dabei. Man wurde wirklich auf die Probe gestellt. Nach den ganzen Outdoorsicherheits-Seminaren kann ich jetzt von mir behaupten, dass ich mir ein Feuer machen und mit einem Kompass und einer Karte umgehen kann. Aber auch andere Dinge, wie das Verhalten in der Öffentlichkeit als Fremder im Einsatzgebiet, was man in Notsituationen alles beachten muss und wie man gestrandet lange Überlebt und seine Wahrscheinlichkeit erhöht gerettet zu werden, wurde uns auch alles nahe gebracht.

Außerdem haben wir auch einen Einblick in freizeitpädagogische Gestaltungsmöglichkeiten bekommen. Unter Anderem haben wir ein paar Spiele kennengelernt, die wir vor Ort mit den Kindern ausprobieren können. Der Pädagoge, Denis Schulze, hat uns auch das Jonglieren und den Umgang mit Diabolos beigebracht. Es war wirklich beeindruckend, den Fortschritt von vielen zu beobachten. Leider hatten wir einen heißen Tag gehabt und konnten wegen der Hitze nicht alles in vollen Zügen ausprobieren. Für eine Aufführung mit musikalischer Untermalung, dass wir für eine Kindergruppe zusammenstellen sollten, hat es aber noch gereicht. Wir haben spielerisch mit Tüchern und Bändern ein dynamisches Stück zusammengestellt. Es ist wirklich lustig geworden.

Zur Vorbereitung auf den Kulturschock hat uns Irma Lababidi unterstützt. Wir erlernten gemeinsam eine Atemtechnik, die uns beruhigt und haben einen interkulturellen Einblick auf unsere Einsatzländer bekommen. Irma war es besonders wichtig, dass wir unsere eigene Gesundheit nicht vernachlässigen und uns einfach eine Auszeit nehmen sollen, wenn wir eine brauchen. Zusätzlich hat noch Irmas Mann Tarek nahegelegt, dass wir über Probleme mit anderen sprechen sollen und sie nicht in uns hineinfressen. Man erhält dadurch eventuell eine andere Perspektive auf das Problem und bekommt dadurch andere Alternativen, die man zuvor vielleicht nicht gefunden hatte, um das Problem zu behandeln.

Zurzeit sind wir am Coolnestraining dran. Der erste Tag war eigentlich sehr entspannend. Wir haben die Bedeutung von Gewalt und Respekt genauer betrachtet. Spielerisch wurden wir in mehrere Situationen gedrängt, die uns auf den ersten Blick ganz normal vorkamen, jedoch eine tiefere Botschaft über uns selbst beinhalteten und uns nochmal über unser Verhalten nachdenken ließen. Am kommenden Tag werden wir laut den Seminarleitern an unsere Grenzen gebracht werden, wovor ich schon etwas Bange habe. Bisher ist es aber eine prägende Ergänzung zu den anderen Seminaren.

Das Get-Together

Die Tage vergingen und das Get-Together rückte immer näher. Die Vorbereitungen für das Event liefen auf Hochtouren. Viele arbeiteten fleißig an Postern für ihre Logos der Einsatzstellen und bastelten Deko für ihre Stände. Einen herzlichen Dank möchte ich noch an Viviens Oma aussprechen, dass Sie uns Ihre Bettlaken zur Verfügung gestellt hatte.

SDI Volunteers bei Boys and Girls Country in Texas, USA
SDI Volunteers bei Boys and Girls Country in Texas, USA

Die Truppe von BGC (Boys,Girls and Country – Texas) baute den Campus von ihrer Einsatzstelle nach und machte daraus ein informatives Spiel. Außerdem baute die Gruppe einen Cowboy-Pappaufsteller, wo man seinen Kopf durchstecken und ein Foto machen konnte. Die Freiwilligen, die nach Georgien oder auf die Philippinen gehen, stellten kulinarische Spezialitäten aus. Der Stand über die Philippinen bot den Gästen Reis und Rambutan, vergleichbar mit einer Litschi, an. Georgien präsentierte sich mit verschiedenen Weinsorten, die bei vielen Gästen gut angekommen sind. Die Chicago Gruppe erstellte ein interaktives Quiz mit einer Karte von Chicago, bei dem die Gäste erraten mussten, wo verschiedene Sehenswürdigkeiten liegen. Die Freiwilligen, die nach New Orleans gehen, ließen die Gäste auch mal an den Hammer. Das Freiwilligenprojekt in New Orleans hat auch nämlich viel mit dem Wiederaufbau von Häusern zu tun, die durch den Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 zerstört wurden. So konnten die Besucher ein paar Nägel in einen Baumstumpf schlagen. Auch die Freiwilligen, die dieses Jahr zum Gulf Coast Center in Houston gehen, wollten bei den Besuchern die Wichtigkeit ihrer Einsatzstelle zeigen. Die im Gulf Coast Center untergebrachten Jugendlichen, die aus meist schlimmen Hintergründen zu dieser gelangen, haben die Möglichkeit dort Ausbildungen zu absolvieren, um ihnen nach ihrem Aufenthalt eine Chance für einen Job zu ermöglichen. Auch die Freiwilligen, die nach Südafrika in ein Kinderheim gehen, wollten mit Ihrem Stand die Aufmerksamkeit auf die Wasserknappheit erwecken und unter welchen Umständen die Menschen dort aufwachsen und leben müssen. Leider hatten wir auf dem Get-Together nicht so viele Besucher und später hatte es auch noch angefangen zu regnen, jedoch hatten wir trotzdem viel Spaß am Dekorieren unserer Stände gehabt. Zudem hatte uns den ganzen Tag die Band „Yellowalls“ begleitet und die gute Stimmung am Tag unterstützt. Nachdem der offizielle Teil des Get-Togethers vorbei war, veranstalteten die Freiwilligen mit den ehemaligen Freiwilligen eine Flunkyball-WM und klangen den Abend noch schön aus.

SDI GetTogether 2019-20 mit Volunteers, Staff, Ehrenamtlichen, Ehemaligen, Freunden, Familie und Unterstützern

Nun geht das Vorbereitungsseminar langsam vorbei und ich freue mich schon wieder nach Hause zu kommen, um wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen. Dennoch bin ich etwas traurig, da die nächsten Tage die letzten sein werden, bevor wir in ein neues Abenteuer starten und uns erstmal ein ganzes Jahr nicht sehen werden. Wir hockten nun fast drei Wochen aufeinander, es gab Hochpunkte und Tiefpunkte, aber wir sind zu einer netten Truppe zusammengewachsen. Ich freue mich schon alle wieder nach einem Jahr wiedersehen zu können, Erfahrungen zu teilen und schöne Erinnerungen zu behalten. Ich bin gespannt, wie sehr sich alle verändern werden und wie sich das Jahr auf unsere Zukunft auswirken wird.

Das war’s von mir.
Haralo (anscheined ein georgisches Füllwort) und Haut rein!

Euer Bryan 🙂

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