Jetzt geht’s los – Vorbereitung, Wünsche und Ängste

Volunteers und Ehrenamtliche auf dem Vorbereitungsseminar 2019-20

Aufregung, Vorfreude und auch Erleichterung um das Ergattern eines Platzes, genau das fühlt man als erstes, wenn man die Zusage bekommt. Doch sobald der Abreistermin feststeht und man die Tage bis es losgeht zählen kann, kommen zur Vorfreude auch Sorgen und Ängste. Dinge, über die man sich vorher noch gar keine Gedanken gemacht hat, rücken plötzlich in den Vordergrund und schon bald hat man so viele Fragen im Kopf, dass es nur so qualmt. 

SDI Volunteers – Befriend the World Tour 2019-20

Auch in der Vorbereitungszeit ist schon vieles neu und dass ein oder andere fordert einen auch jetzt schon heraus. Für das Ziel Südafrika bestand die erste Hürde schon im Beantragen des Visums. Vom Bewältigen des Dokumentenchaos, bis hin zum Kurztrip nach Berlin zum Konsulat, blieb einem nichts erspart. Nach drei Stunden im Warteraum und unzähligen abgelehnten Anträgen anderer, ist man dann ziemlich erleichtert, seinen riesen Stapel an Dokumenten im Konsulat zurück lassen zu können und zu wissen, dass man das Schwierigste schonmal hinter sich hat. Nach einigen Wochen der Geduld, liegt dann endlich der dicke DHL-Umschlag mit Reisepass und gültigem Visum im Briefkasten. Andere Aufgaben, wie die zahlreichen Impfungen, die ständigen Arztbesuche, oder die nervigen Besuche beim Amt, bei denen nie einer versteht, wie man was braucht, sind zwar lästig, aber schnell erledigt. Kaum das man euphorisch wird, weil man eine Aufgabe abhaken kann, trudelt aber auch schon die Nächste ein. Neben dem Abitur und dem ganzen lernen, kann das schonmal ganzschön nerven und man verbringt einige Nächte damit, bis man einen Durchblick hat. Aber trotz alle dem, macht man die Aufgaben doch gerne, weil man mit jedem Häkchen hinter einer Aufgabe, seinem Auslandsjahr immer näherkommt. 

Kaum hat man das überstanden, geht es auch schon zum Vorbereitungsseminar nach Oberhausen. Durch das Seminar hat man die Chance, sich mit Themen wie Kulturschock, der Arbeit, dem Land und dem Alltag im Ausland auseinander zu setzten und einige Sorgen und Ängste hinter sich zu lassen. Andere wie zum Beispiel Heimweh, Konflikte mit Vorgesetzten oder Freunden, die plötzliche Eigenständigkeit oder vielleicht auch schon die Flugangst und in meinem Fall der große Abschied von den Freunden und der Familie, werden bis zur Reise selbst oder vielleicht sogar darüber hinaus, bis ins Jahr selbst bestehen bleiben. Das Seminar sorgt aber auch für anderes Man findet schnell Anschluss, lernte die Mitreisenden, aber auch die anderen Freiwilligen besser kennen und freut sich schon darauf sie beim Nachbereitungsseminar, in einem Jahr wieder zu sehen und zu hören, was sie so alles in ihrem Jahr erlebt haben. Trotz einiger, Afrika sehr nahe kommenden, hohen Temperaturen, gab es immer sehr einfallsreiche Ideen, statt Schweiß, das Wasser laufen zu lassen und sich den Temperaturen zu stellen. 

Vorbereitungsseminar 2019-20 in Oberhausen

Wenn das Seminar dann zuende ist und der Großteil der zu erledigenden Aufgaben vor der Abreise abgehagt ist, beginnt ein ganz anderer Teil der Vorbereitung. 

Mit was setzte ich mich zuerst auseinander? Mit dem Leben weit weg von Zuhause?  Dem Gedanken ein ganzes Jahr im Ausland zu leben? Oder mit dem, was ich zurücklasse? 

Freunde, Familie, mein Zuhause, aber auch einen Teil von mir selbst. Denn wenn ich zurückkomme werde ich jemand anderes sein. Jemand, denn meine Familie und Freunde vielleicht erstmal wieder kennenlernen müssen. 

Eines meiner Ziele oder auch Wünsche, ist es, neue Erfahrungen zu sammeln, eigenständiger zu werden, sich selbst besser kennen zu lernen und über sich hinaus zu wachsen. Das man sich dabei verändert ist denke ich ganz normal und auch gut so. Ein Jahr im Ausland bietet einem die Chance nicht nur Beobachter zu sein, sondern in das Leben vor Ort, voller Tanz, Musik und anderen Sitten, Bräuchen und Feiertagen einzutauchen und ein teil davon zu werden. Man bekommt die Möglichkeit neue Gesichter von Menschen, aber auch vom Leben kennen zu lernen. 

Es wird einiges schief gehen, mich überfordern oder nicht so laufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber die guten tage, Erfahrungen und Menschen werden hoffentlich überwiegen und dafür sorgen, dass es ein unvergessliches Jahr wird. Ich werde hoffentlich aus Fehlern lernen, schlechte Erfahrungen dazu nutzen, meinen Charakter zu stärken und begreifen, dass man nicht alles im Leben kontrollieren und steuern kann, wenn mal wieder was aus dem Ruder läuft. 

SDI Volunteers

Die Berufsorientierung, das Leben in der Ferne, Reisen oder einfach eine Pause vom Alltag zieht viele ins Ausland und in meinem Fall nach Südafrika. Und wenn ich in einem Jahr am Flughafen mit einem Lächeln zurück in mein Heimatland zurückkomme, mir der Abschied von den Menschen, die zu meiner zweiten Familie geworden sind, schwergefallen ist und meine Familie und Freunde mich freudig am Flughafen erwarten, dann weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war. 

Jetzt wo ich das Jahr im Ausland noch vor mir liegt, gibt es unzählige wünsche und noch mehr Ängste, aber es ist ein großartiges Gefühl, zu wissen was für eine unvergessliche Reise vor einem liegt. 

Ich wünsche allen Freiwilligen von 2019 und auch den Nachkommenden eine aufregende Reise mit tollen Erfahrungen und sage: ,,Ich bin bereit, JETZT GEHT ES LOS!“.

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