Maxine in Chicago

Integration, oder „Wie ergeht es mir und wie werde ich aufgenommen?“

In diesem Artikel, für den SDI-Newsletter, beschäftige ich mich mit dem Thema „Integration-Wie ergeht es mir damit? Wie werde ich aufgenommen?“. Ich schreibe über meine persönlichen Erfahrungen zu dem Thema. Ich bin jetzt seit circa zwei Monaten in Chicago und war am Anfang sehr aufgeregt und hab mir einige Fragen gestellt. Wie werde ich aufgenommen? Werde ich mit der Kultur klarkommen oder nicht? Werde ich Anschluss finden?

Doch alle diese Fragen waren letztlich unbegründet, denn als ich ankam wurde ich gleich herzlich in Empfang genommen. Alle haben sich gefreut und uns gleich in die geplanten Aktivitäten, wie an den Strand gehen oder Comedy Veranstaltungen besuchen, eingeschlossen und uns zudem Tipps gegeben und uns die Stadt gezeigt. Das hat uns sehr geholfen. Auch die Gewissheit, dass wir Ihnen immer schreiben können, wenn wir Probleme haben und Hilfe brauchen.

Nach ein paar Wochen haben wir auch Mentoren bekommen, die noch einmal eine Hilfe für uns sein sollen. Meine Mentorin hat mich mit auf ein Baseballspiel genommen und mir zudem auch alles über das Spiel erklärt. Das war mir eine große Hilfe, da ich nicht wirklich eine Ahnung davon hatte. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt, da wir alle das gleiche Interesse hatten. Nämlich das unser Team gewinnt. Zudem hat meine Mentorin auch gesagt, sollte ich Schwierigkeiten haben, kann ich Sie jederzeit anschreiben. Sie hat mir zudem von ihren Erfahrungen erzählt, als sie in der Community gewohnt hat.

Unsere SDI Volunteer @ FranOutrachVolunteers beim Chicago Hunger Walk

Ich habe auch außerhalb der Community Freunde gefunden, über die App Meetup und über Facebook oder Whatsapp. Bei Facebook bin ich in verschiedene Au-pair Gruppen eingetreten oder wurde hinzugefügt. Dies war eine sehr große Hilfe für mich, da dort immer gefragt wird, ob jemand in der Nähe wohnt oder mit auf Reisen will. Ein Aupair hat mich gleich zu ihren Gruppen hinzugefügt, weil sie genau weiß wie es am Anfang ist. Somit habe ich dadurch schnell Anschluss gefunden. Alle dort sind sehr aufgeschlossen und freundlich und wollen auch einfach nur Leute kennenlernen. Von einer nun guten Freundin von mir wurde ich auch gleich  eingeladen zu einer Blockparty zukommen und als ich da war wurde ich gleich herzlich aufgenommen. Später kam dann auch noch ein Nachbar von ihr zu uns. Dieser hat ohne Hemmungen oder ähnlichem gleich angefangen Smalltalk mit uns zu führen und hat uns gefragt woher wir kommen. Er hat uns sehr herzlich aufgenommen. Als ich ihm erzählt habe, dass ich aus Deutschland komme, hat er sich gefreut und mir gleich ein paar deutsche Wörter gesagt, an die er sich erinnert und uns von seinem Urlaub in Deutschland erzählt. Auch als ich bei einer Apotheke war und ich gesagt habe, dass ich aus Deutschland komme hat die Apothekenhelferin mir gleich erzählt, dass sie die Deutsche Sprache studiert hat schon einmal in Berlin war und ihr Freund auch aus Deutschland kommt. Zudem hat es ihr Spaß gemacht, wenn ich etwas auf Deutsch gesagt habe und sie mir dann auf Deutsch auch antwortet konnte, weil sie es verstanden hatte. Zudem wollte sie auch wissen was ich gerade so mache, wieso ich in Amerika bin und wie es mir bis jetzt hier gefällt. Die Menschen sind sehr interessiert daran zu erfahren, was man so macht, wie einem alles hier gefällt und was man alles schon gesehen hat von der Stadt. Zudem sind sie auch sehr hilfsbereit und eigentlich immer offen ein Gespräch zu beginnen. Dies ist mir hier schon öfter aufgefallen, auch auf der Arbeit.

Ich arbeite mit Obdachlosen, in einem Nachtschalter. Viele haben mich freundlich aufgenommen und haben mir auch gleich Hilfe angeboten, sollte ich einmal fragen haben. Zudem kommen bestimmte Personen morgens oder beim Einlass auch öfter zu meinem Tisch und reden mit mir und freuen sich mich zu sehen. Frankie, eine Freiwillige die dort arbeitet, war mir außerdem eine große Hilfe. Sie ist immer gut drauf und hat mir auch schon viel über alle erzählt und Tipps gegeben. Zudem hat sie gleich am ersten Tag eine Rede gehalten, dass alle respektvoll mit uns Freiwilligen umgehen sollen. Ein paar Wochen später stand auch im Logbuch (so etwas wie ein Tagebuch indem reingeschrieben wird, wie die Schicht war, ob es Komplikationen gab oder ähnliches) drin, dass wir Freiwilligen einen sehr guten Job machen, wir uns auch gut integriert haben und es Spaß macht mit uns zu arbeiten. Das war eine richtig nette Geste und hat mich sehr gefreut. Man kann auch immer zu der Freiwilligen gehen, wenn man Probleme hat und sie heitert einen auf. Manchmal hat sie auch etwas zu essen dabei, dass sie uns dann auch immer anbietet. Auch die Supervisor, die immer über Nacht da sind, sind sehr freundlich zu mir und helfen, wenn einmal eine schwierige Situation auftaucht. Einer unserer Supervisor bestellt auch öfters mal Pizza für uns alle oder manchmal sind auch Kekse oder Chips da, die für alle sind. In den Pausen reden wir sehr viel mit den Supervisoren über verschiedene Dinge. Mir wurden ein paar Tipps gegeben von Ihnen, welche Sachen ich mir anschauen soll und wann diese kostenlos oder günstig sind. Zudem erzählen sie interessante Geschichten aus ihren Leben oder bestimmte Sachen, mit denen sie sich gut auskennen, da sie solche Situationen selber erlebt haben oder kennen.

Auch beim Hunger Walk waren wir mit einigen Amerikanern da. Diese waren Freiwillige aus der Küche. Es war sehr witzig und amüsant und wir haben viel mit ihnen geredet und uns gut verstanden. Auf der Rückfahrt haben wir eine kleine Rundfahrt durch Downtown gemacht und tolle Sachen, wie den Buckingham Fountain, gezeigt bekommen. Und coole Insider Informationen, sowie Informationen dazu bekommen, wann wir dort kostenlos hingehen können.

Generell sind Amerikaner sehr hilfsbereit und helfen uns gerne auch beim integrieren. So gab es letztens eine Situation, in der eine aus meiner Community und ich an der Tankstelle standen und leider Schwierigkeiten hatten beim Tanken. Sie hat daraufhin jemand gefragt und er hat uns gleich ohne zu zögern geholfen. Auch dann später noch einmal ohne das wir nachgefragt haben. Er war sehr freundlich.

Alles in allem fühle ich mich sehr gut aufgenommen und integriert.