Carlas Feiertage in Südafrika

Weihnachtsfest und Neujahr – wie wurde gefeiert und wie erging es mir damit?

Über die Weihnachtszeit weg von seiner Familie und Freunden und damit aus seinem gewohnten Umfeld raus zu sein, ist für viele ein großes Thema. Deswegen wurde ich auch von den meisten schief angeschaut, als es hieß, „ich gehe für ein Jahr nach Süd-Afrika“. Die Standard Frage war dann „aber zu Weihnachten kommst du dann schon nach Hause oder?“

„Ehhhm Nein?! Woher das Geld?!“ und außerdem ist doch ein Hauptgrund meines Auslandsjahres Erfahrungen zu sammeln, eigenständig zu sein. Da ist es doch am besten die Jahreszeit der Liebe und Familie in einem anderen Land mit ungewohntem Umfeld zu verbringen. An einem Ort, an dem Familie noch mal etwas ganz anderes bedeutet.

In dem Kinderheim in dem ich das Jahr über arbeite leben rund 150 Kinder und Jugendliche. Nicht alle bleiben über die Weihnachtsferien hier. Manche besuchen ihre Eltern zu Hause oder gehen zu engen Verwandten. Am 10. Dezember, also am letzten Tag vor den Ferien gab es aber noch einmal eine Weihnachtsfeier mit allen zusammen inklusive Weihnachtsmann. Es gab Kleinigkeiten zu essen und Geschenke für jedes Kind. An diesem Tag durfte ich die Fotografin spielen und jedes Kind mit seinem Geschenk und gemeinsam mit dem Weihnachtsmann knipsen. Ich hatte die Möglichkeit viele Emotionen einzufangen. Die meisten Kinder, vor allem die unter 7 Jahren, haben sich sehr über ihr Paket gefreut. Ich konnte aber auch teilweise traurige Gesichter oder sehr erstaunte Ausdrücke festhalten. Auch die Tannies (die Betreuer/innen der Kinder) haben sich an dem Tag vor allem gefreut und waren weniger gestresst bei der Arbeit.
Bis zum eigentlichen Weihnachtstag war der Tagesablauf dann wieder ziemlich eintönig. Nach dem Aufstehen, ziehen sie sich an, räumen auf, frühstücken, bleiben bis 11:00 Uhr in ihren Häusern und dann geht es zum spielen raus. Um 12:00 gibt es Mittagessen und um 13:00 geht es dann zurück in die Häuser. Um 15:00 geht es erneut raus zum spielen, eventuell geht es in den Pool. Kurz vor dem Abendessen, geht es gegen 17:00 wieder zurück in die Häuser. Im Regelfall werden dann Abends noch Filme geschaut bis es letztendlich ins Bett geht.
Am 24. Dezember haben alle Freiwilligen gewichtelt und eine kleine Weihnachtsversammlung gehalten.
Am 25. Dezember war es endlich soweit für die Kinder, es war Weihnachten. Bevor es um 11:00 Uhr raus zum spiel und dann um 13:00 in die sogenannte “Activity-Hall”ging, musste sich jedes Kind waschen und seine Aufgaben im Haushalt erledigen. Als die Kinder in der “Activity-Hall” ankommen, ist diese bereits schon geschmückt, auf jedem Platzt stand Geschirr, ein Erfrischungsgetränk und jeweils ein Knallbonbon. Es wurde ein Braai veranstaltet und zusammen gegessen.
Bis zum Silvesterabend galt dann wieder derselbe Tagesablauf wie zuvor.
Bis Abends lief auch der 31. ab wie immer, doch dann gab es in der “Activity-Hall” eine kleine Party für alle Kinder und Jugendlichen im Heim. Es standen Snacks bereit, Erfrischungsgetränke und es gab Discolicht mit cooler Music. Die Kids durften tanzen und hatten ihren Spaß, klar war es für die Älteren nicht wie ordentliches feiern gehen, aber das ist hier sowieso verboten, also gab es wenigstens etwas Abwechslung. Kurz vor Mitternacht gibt es einen Cowntdown ins Neue Jahr 2019, das wars. Die Kinder müssen bald ins Bett und dann beginnt wieder der gewöhnliche Alltag.

Bei mir persönlich kam die Weihnachtstimmtung nicht so wirklich auf, da hier im Moment Sommer ist und somit ziemlich warm. Man trägt kurze und luftige Klamotten und fährt an den Strand, anstatt mit einem heißen Punsch, Mütze und Schal über den Weihnachtsmarkt zu schlendern. Erst als wir angefangen haben Weihnachtsmusik zu hören, Plätzchen zu backen und Film-Abende mit Kerzen und Lichterketten zu machen kam bei mir ein leichtes Gefühl von Weihnacht an.
Allgemein war es schön und interessant meine eigentliche Winterzeit im Sommer zu verbringen.

~ Carla Höffken, DKH Südafrika