Jonas Weihnachten in Texas und Silvester in New Orleans

Wer jetzt weisse Weihnachten und den alljaehrlichen Gang auf den Weihnachtsmarkt erwartet, ist schon mal zur Haelfte richtig. WAS? Weisse Weihnachten in Texas? Da muss ich leider entaeuschen, aber auf einem Weihnachtsmarkt war ich tatsaechlich. Gemeinsam mit einigen Volunteers von Boys and Girls County war ich auf einem “deutschen Weihnachtsmarkt”, es war schon etwas befremdlich die “deutsche Kultur” in Amerika zu sehen. Man hatte irgendwie das Gefuehl, dass es ein schlechter Fake von einem deutschen Weihnachtsmarkt ist, aber trotzdem hat man sich zur selben Zeit auch irgendwie heimisch gefuehlt. Man konnte Bratwurst kaufen, Bier in der Oeffentlichkeit trinken (was nicht normal hier in Texas ist), es gab verschiedenste Buden mit Schnick Schnack, ein Riesenrad und verschiedene Spielbuden. Zu finden war sogar ein Festzelt mit einer “deutschsprachigen Band”, alles in allem eine super, aber auch befremdliche Erfahrung.

Wie habe ich die Vorweihnachtszeit und die Weihnachtszeit hier in meiner Einsatzstelle erlebt?

Die Weihnachtszeit wurde schon Ende November eingelaeutet, die verschiedenen Shops haben ihre Raeumlichkeiten geschmueckt, die Weihnachtsklamotten von den Mitarbeitern wurden rausgeholt und die Students haben sich extra relativ gut benommen, um an Weihnachten 5 Tage ihre Familie besuchen zu koennen. Spoileralarm: Das haben dann 27 Students sogar geschafft. Mein Highlight hier auf dem Campus war der Door-Decoration-Contest, das Ziel war seine Buero-Tuer weihnachtlich zu dekorieren und eine Jury bestehend aus einigen Mitarbeiten und ein paar Students haben dann die Tuer bewertet. Eine grosse Ueberraschung fuer mich war, dass ich den zweiten Platz geholt habe! Die Tuer koennt ihr natuerlich bewundern, mein Favorit, “the dapping Jesus”.  Mein“Meisterwerk” hat sogar eine Story, koennt ihr diese erkennen?

Weihnachten rueckte immer naeher und ich bin erstmal in einen grossen Grocery-Store gegangen, um zu checken, wie verschieden die Weihnachtscandys sind. Zu meiner Enttaeschung musste ich feststellen, dass es hier nicht normal ist Marzipankartoffeln zu verkaufen, was mich sehr enttaeuscht hat, weil das meine absolute Lieblings-Weihnachtssuessigkeit ist. Merkt euch diese Information, diese wird spaeter nochmal wichtig.

Trotz aller Weihnachtlichkeit kam bei mir irgendwie noch nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf, daher bin ich erstmal mit meiner Nachbarfamilie zu einem Dollar Store gefahren und hab mich mit einigen Lichterketten eingedeckt und vor meinem Trailer und in meinem Trailer aufgehaengt. Am selben Tag habe ich mit meiner mexikanischen Nachbarin, die ungefaehr auch in meinem Alter ist, Weihnachtssongs gehoert und Weihnachtsmovies geguckt, tatsaechlich hat sie dann viel dazu beigetragen, dass ich mehr in Weihnachtsstimmung kam, was fuer mich echt nicht normal ist, da ich die letzten 11 Jahre an Weihnachten immer gearbeitet habe und die Feiertage nie so richtig erleben konnte.

Der heilige Abend war dann sehr schnell da und ich war tatsaechlich echt aufgeregt, wie Weihnachten hier in Texas vonstatten geht, bis ich Dummi dann gecheckt habe, dass der 25. ja der Main-Feiertag hier in Amerika ist, somit habe ich am heiligen Abend bei meiner Nachbarfamilie verbracht und zu meiner Ueberraschung habe ich eine kleine Weihnachtstuete bekommen, ja – am 24! In dieser Tuete war ein Pyjama und zu meiner grossen Ueberraschung eine Ritter Sport, na, was solltet ihr euch merken? Jap – genau! Eine Ritter Sport Marzipan, ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind. Und der Pyjama war von Noeten fuer den naechsten Tag, weil es Tradition in dieser Familie ist, am 25. einen Pyjama-Day zu machen, Snacks zu essen, Gesellschaftsspiele zu spielen und Weihnachtsmovies zu schauen, was wir dann auch genauso gemacht haben. Das Highlight am 25. war wohl das Geschenke auspacken, nicht mal die Geschenke an sich, aber wenn man die strahlenden Augen von 6 Kindern und einem Teenager schauen kann und die Freude beobachten kann, ist das VIEL mehr wert, als ein Geschenk. Fuer mich war das schon Geschenk genug, denn wenn wir uns wirklich auf das wichtigste im Leben besinnen, dann ist es doch Familie, Freunde und all die Liebe die wir teilen. Zu meiner Ueberraschung habe ich doch ein Geschenk bekommen – einen grossen Weihnachtsstrumpf, mit Sour Skittles, Ritter Sport Marzipan (again), einem Science Magazin und zu meiner grossen Ueberraschung ein echtes amerikanisches Zippo, was mich sehr gefreut hat, ich habe nicht mal wirklich darueber nachgedacht, dass ich es brauche, aber seitdem ich es habe, will ich es nicht mehr missen. Wir haben dann den ganzen Tag zusammen verbracht. ausser ca. 1 Stunde, da ich da auf dem Campus war und die Aktivitaeten angeguckt habe, die unsere Students an Weihnachten hatten.  Sie hatten einen grossen Game-Truck, auf dem sie verschiedene Spiele auf XBox, Playstation und der Nintendo Switch spielen konnten und im Gym gab es noch die Moeglichkeit Laser-Tag-Matches zu absolvieren, viele hatten Spass – andere fanden es langweilig, aber man kann es ja nie allen Recht machen. Der restliche Tag wurde dann mit meiner Nachbarfamilie verbracht, wir hatten eine tolle Zeit und ich werde dieses Weihnachten so schnell nicht mehr vergessen, soviel ist sicher…

… HA! habt ihr gedacht, dass ich nichts mehr zu sagen habe? Falsch gedacht!
Euch interessiert es doch bestimmt wie ich Silvester verbrachte habe hier in Texas, oder? Was gibt es fuer Unterschiede zwischen Silvester in Deutschland und in Texas? Hat Texas andere Sitten als Deutschland? Wird Silvester gar nicht so sehr gefeiert hier in Texas?

Ich sag euch eins … keine Ahnung! Ich war naemlich an Silvester nicht in Texas sondern in .. – trommelwirbel – New Orleans!

Diese Reise  begann fuer mich schon am Freitag vor Silvester, da ich da zu Boys and Girls Country kutschiert wurde, nach einer kleinen Zeit des Wartens auf die anderen Freiwilligen (da sie noch am arbeiten waren), haben wir einen schoenen Abend verbrachte, ehe es dann am naechsten Tag nach New Orleans ging und zwar mit dem Auto – war schon ne Strecke. Aber irgendwie war es auch interessant zu sehen, wie sich das Landschaftsbild, die Geschaefte und die komplette Gegend sich zunehmend veraendert hat, natuerlich haben wir auch bei Buc-ees angehalten, wie sich das gehoert und uns erstmal ne gute Portion Beef-Jerky gegoennt. Wenn ihr mal in Texas unterwegs sein solltet – sehr empfehlenswert!

Nach einigen Stunden und einigen Pausen haben wir dann das Camp Restore in New Orleans erreicht, wo wir auch schon von den Freiwilligen dort herzlich empfangen wurden. Am selben Abend haben wir uns dann direkt in einem Restaurant in New Orleans schoen Louisiana Kueche gegoennt und waren alle hellauf begeistert, aber zur gleichen Zeit auch nicht mehr so hellwach, also ist der erste Abend ziemlich schnell vorbei gewesen. Am naechsten Tag haben wir die New Orleans-Campus-Mutti besucht, um das Spiel zu sehen und genuesslich zu speisen und zu trinken, es gab wie es sich fuer Amerika gehoert Hot Dogs, Burger and Chips und wie es sich fuer New Orleans gehoert nen leckeren Hurricane – natuerlich nur fuer die ueber 21-jaehrigen. Danach wurde noch ein wenig eingekauft und abends dann Pizza schnaboliert, danach noch Gesellschaftspiele gespielt und schon war der zweite Tag vorbei. Und weil die Zeit so schnell verging, konnten wir alle gar nicht fassen, wie schnell der Silvester-Tag vor der Tuer stand, mittags war unser Plan eine Parade anzuschauen, was dann aus mehreren Gruenden nicht so richtig funktioniert hat, aber dafuer haben wir uns die Stadt und vor allem das French Quarter angesehen. Mit all den Bands, Maerkten, Essen, der Kultur, der kleinen Laeden und den verrueckten Menschen. New Orleans ist auch jeden Fall ein Erlebnis wert, soviel ist sicher! Nachdem wir unsere “Tour” beendet haben, und die Maedels fertig mit shoppen waren, sind wir wieder zurueck zum Camp geflitzt, um erstmal das “deutsche New-Year” zu zelebrieren. War etwas seltsam um 5 Uhr nachmittags, aber war trotzdem sehr spassig, weil es zeitgleich der Startschuss fuer die komplette Partynacht war. Die Maedels haben sich natuerlich rausgeputzt und sahen alle wunderschoen aus, dann gab es ne Kleinigkeit zu futtern, fix zwei Uber bestellt und rein in das New Orleans Nachtleben. Wir waren an verschiedenen Plaetzen, bis wir dann am endgueltigen Ziel angekommen sind und zwar am Jackson Square and der JAX-Brewery, wo die Kugel dann gedroppt wurde. Das Feuerwerk war toll und wir hatten sehr viel Spass, allerdings war es auch sehr neblig und man konnte oft nicht viel sehen vom Feuerwerk. Die Menschenmassen um mich herum, waren auch etwas beklemmend, zeitgleich aber irgendwie auch cool, weil es einfach zur Stimmung passte. Nach dem Feuerwek sind wir natuerlich auf der Bourbon-Street unterwegs gewesen und haben uns durch Menschenmassen gequetscht und haben an verschiedenen Drink- und Essbuden angehalten. Mein Highlight in dieser Nacht waren eigentlich diese Ketten, die alle anhatten oder von Balkonen geschmissen wurden oder von Leuten auf der Strasse verteilt wurden, ich hatte dann am Ende von der Partynacht ca. 40 Stueck.

Nach viel Freude und Liebe und interessanten Gespraechen ging dann auch dieser Abend vorbei, am naechsten Tag war dann ausschlafen angesagt, Sachen packen und wieder ab in die “Heimat”. New Orleans war wirklich eine tolle Erfahrung, aber als ich meine Waldluft wieder atmen konnte, in den Himmel schaute, die Stille genoss und die Sterne wieder sehen konnte, hatte ich tatsaechlich das Gefuehl – angekommen zu sein!

~ Jonas Schramm, GCTC Houston, TX