Xenias Feiertage auf den Philippinen

Weihnachtsfest und Neujahr – wie wurde gefeiert und wie erging es dir damit?

Weihnachten auf den Philippinen ist nicht vom 24. bis zum 26. Dezember. Es ist auch nicht den ganzen Dezember über, eigentlich beginnt Weihnachten auf den Philippinen, sobald ein sogenannter „ber-month“ beginnt. In diesem Fall SeptemBER. Das wurde mir von meiner Gastschwester erklärt, als ich diesen September für eine Woche in einer philippinischen Familie leben durfte und über den Weihnachtsbaum staunte. Weihnachten auf den Philippinen beginnt also im September, ein viermonatiges Fest. Vier Monate lang überall Deko, Lichter, Mariah Carey… und das alles bei 30°C oder mehr.

Für den Dezember bekam ich aus Hannover von meiner Familie einen Adventskalender, der jeden Tag ein bisschen Stimmung bringen sollte: Lebkuchentee, Kerzen, Zimt, gebrannte Mandeln, allerlei Dekorations Engelchen aus dem Reformhaus und ein paar Brotaufstriche. Für unser Zimmer kauften wir uns einen Adventskranz – mit der Deko und den Kerzen aus dem Kalender wurde der gen Ende sogar richtig hübsch und steht auch immer noch in unserem Zimmer. Naja, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich so richtig Charles Dickens weihnachtlich in Stimmung gekommen wäre. Bananenbäume und Grillenkonzerte sind eben keine Stechpalmen und Weihnachtsmarkt Chöre und auch an Glühwein, Plätzchen und schlichtweg der Kälte hat es gemangelt. Aber das heißt nicht, dass mein Dezember dieses Jahr irgendwie doof war. Ich habe dieses Jahr nämlich fünf mal Weihnachten feiern dürfen und einmal Neujahr.

Zuerst war ich bei meiner Homestay-Gastfamilie eingeladen. Selfies, Videoke (so nennt man hier Karaoke und es gehört zu jedem Fest) und das Festessen: süße Spagetthi und natürlich Reis. Hmm, lecker!
Dann war da die Bahay Tuluyan Staff Christmas Party, also quasi eine Betriebsfeier. Ich war seit meiner Kindheit bei den Betriebsfeiern meiner Eltern und wer hier an einen langweiligen deutschen gesitteten Besuch im Restaurant denkt, liegt falsch. Motto: Hawaii. Verkleidet kamen alle, mit Tanzchoreografien,

Spanferkel (lechon manok) und Videokemaschine im Gepäck hieß es einen Abend lang Wichteln, Tanzen, Singen, Lachen und ganz viel Spaß haben. Ein unglaublich toller Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Eine knappe Woche später folgte die Bahay Tuluyan Christmas Party mit den Kids in Manila. Alle Kinder aus allen Centren kamen zusammen und es fühlte sich an wie eine riesengroße Familyreunion. Auch hier wurde gespielt, gelacht und getobt und abends totmüde ins Bett gefallen.
Am 24. Dann feierten wir in Laguna im Center. Es gab eine Buene noche, eine Tradition aus der Besatzungszeit durch die Spanier, die bedeutet, dass man nachts um 12 Uhr zu Abend isst. Vorher wurde zu unseren (oder auch nur von den Kindern) lieblings K-Pop Bands getanzt, Boomboom

und Bamm und weitere kreative und individuelle Titel.
Am nächsten tag waren wir bei ate Cath eingeladen, wir spielten Gesellschaftsspiele und hatten sehr viel Spaß. Ein weiterer toller Abend, da sie Australierin ist und mit ihren Kindern auch nicht-philippinische Traditionen lebt gab es hier sogar Plätzchen und Kartoffeln, die mega lecker waren.

Silvester, wie auch Weihnachten arbeiteten wir jedoch viel. Die Farm-Nanays waren beide abwesend und so hieß es Farming von 6-19uhr, was bedeutete, dass ich im Endeffekt sogar zweimal Silvester gefeiert habe. Einmal um 00uhr zu einer weiteren Buene Noche, und dann um 7 uhr morgens, als es für meine Lieben 00uhr war, ein bisschen anders als sonst, im Schweinestall.

~ Xenia Gurjanov, BT Philippinen